„Wir machen das für die Kinder“ – Wie ein kleines Team große Basare in Ahnatal stemmt

Wer an diesem Sonntagvormittag den Platz vor dem Gemeindehaus in Heckershausen entlangläuft, hört schon früh das Stimmengewirr aus der Mehrzweckhalle: Kinderlachen, raschelnde Tüten, klappernde Kleiderbügel, neugierige Eltern, die nach Schnäppchen stöbern. Was viele nicht wissen: Hinter diesen lebendigen Kindersachenbasaren steckt kein Verein, keine feste Institution – sondern ein kleines, hoch engagiertes Team rund um Deborah Spies, die alle liebevoll „Orga‑Mutti“ nennen.

Und wenn man Deborah zuhört, spürt man sofort: Das hier ist nicht einfach nur ein Basar. Das ist pure Herzensarbeit.


Warum diese Basare für Ahnatal so wichtig sind

Kinder werden größer; Kleidungsstücke, Puzzle, Bücher und Spielsachen landen oft viel zu früh ungenutzt im Keller. Gleichzeitig gibt es viele Familien bei uns im Ort, die auf gute Gebrauchtware angewiesen sind.

Die Ahnataler Basare schließen genau diese Lücke. Sie schaffen bezahlbare Angebote, ermöglichen Nachhaltigkeit und stärken die lokale Gemeinschaft.

Wie Deborah sagt:
„Es gibt nichts Schöneres, als wenn ein Kind mit 5 Euro Taschengeld ein Spielzeug findet und mit strahlenden Augen wieder geht.“

Doch die Basare tun noch mehr: Jedes Jahr spenden die Organisator:innen mehrere tausend Euro an die Jugendarbeit in Ahnatal – Geld, das dort dringend gebraucht wird.


Das Team: Vier Frauen, viel Herz

Eine große Auswahl und
gute Sortierung helfen bei der Suche

Das Kernteam besteht aus Deborah, Nadine, Eva und Petra. Sie organisieren mittlerweile Basare in Heckershausen, Harleshausen und Hofgeismar, meist mit über 100 Verkäufer:innen pro Standort.

Die Aufgaben verteilen sich – aber Deborah ist das Bindeglied. Die Frau, die motiviert, sortiert, Streit klärt, Helfer:innen organisiert, Telefonate führt, Probleme löst und notfalls auch eine Schar Kinder mit Luftballons beschäftigt.

Sie lacht:
„Ich bin studierte Sozialpädagogin… aber heute bin ich vor allem Orga‑Mutti.“

Und diese Rolle füllt sie mit beeindruckender Energie aus.


Wie aus einem Gedanken ein Ahnataler Erfolgsprojekt wurde

Deborah Spies
Deborah Spies nimmt sich auch für Fragen immer Zeit.

Ursprünglich war alles viel kleiner. Deborah erzählt, dass sie selbst jahrelang auf Basaren unterwegs war. Irgendwann war klar: Das geht auch besser. Statt weiter zu meckern, gründete sie kurzerhand selbst einen Basar – nach dem Motto:

„Wer nicht zufrieden ist, soll entweder etwas ändern oder die Gosch halten.“

Das Projekt wuchs rasant. Neue Teammitglieder kamen dazu, Strukturen entwickelten sich, Helfer:innen schlossen sich an.
Heute sind die Basare an allen drei Standorten innerhalb der ersten Stunde ausgebucht.


Ablauf hinter den Kulissen

Was die Besucher:innen sehen, ist nur die Spitze des Eisbergs. Dahinter steckt ein fein eingespieltes System:

  • Aufbau beginnt samstags um 10 Uhr.
  • Verkäufer:innen bringen ihre Ware ab 14 Uhr.
  • Sonntag ist Basartag – zwei bis drei intensive Stunden, danach ein hoch koordinierter Abbau mit bis zu 25 Helfer:innen.

Gescannte QR‑Codes, Stapelarbeit, Sortierung, Kassenorganisation, Kuchenstand, Helferlisten – und dazwischen viele kleine Momente mit Kindern, Eltern und Besucher:innen. Das Team arbeitet mit der App Basarlino, die alles von Etiketten bis Umsatzabrechnung erstellt.


Inklusion als gelebte Haltung – nicht nur ein Wort auf dem Plakat

Für Deborah ist Inklusion kein theoretisches Konzept, das man irgendwo hinschreibt, weil es gut klingt. Es ist ein Grundprinzip.

Wenn der Trubel in der Halle groß wird, Lautstärke und Enge zunehmen, braucht es manchmal einfach Zeit und Rücksicht. Und diese Zeit schenkt das Orga‑Team ganz selbstverständlich.
„Wenn ein Kind mehr Ruhe braucht oder eine Familie mit Rollstuhl kommt, mach ich die Tür notfalls schon um sieben Uhr morgens auf“, erzählt Deborah. „Hauptsache, sie können in Ruhe stöbern, ohne Stress.“

Auch bei den anderen Basaren der Region hat sich dieses Denken herumgesprochen – inzwischen übernehmen mehrere Standorte die Idee des „früheren Reinkommens“. Ein stilles Zeichen dafür, wie Engagement ansteckend sein kann.

„Inklusion ist nicht nur ein Wort – man muss es leben.“

Inklusion zeigt sich aber auch in vielen kleinen Gesten im Alltag des Basars: Deborah nimmt Kindern, die überfordert sind, liebevoll an die Hand. Nadine passt manchmal kurz auf ein Baby auf, damit die Eltern in Ruhe stöbern können. Und wenn jemand mit Beeinträchtigung helfen möchte, findet sich immer eine Aufgabe, die Freude macht und gebraucht wird.

Es ist ein Ort, an dem niemand erklären muss, warum etwas länger dauert, warum man heute mehr Unterstützung braucht oder warum ein Kind ein bisschen anders reagiert.
Ein Ort, an dem jede Familie willkommen ist – so, wie sie ist.


Was diese Basare für Ahnatal bedeuten

Seit sechs Jahren sorgen die Basare dafür, dass…

  • Familien bezahlbar einkaufen können.
  • Kinder lokale Gemeinschaft als positiv erleben.
  • Dinge weitergegeben statt weggeworfen werden.
  • jedes Jahr mehrere hundert Euro an die Jugendarbeit fließen.
  • ehrenamtliches Engagement sichtbar wird.

Im Interview wird oft deutlich, welch warme Atmosphäre die Basare prägt.
„Wir haben eine Schlange bis draußen – und alle freuen sich“, sagt Nadine.
Und Deborah ergänzt:
„Wir brennen für die Kinder. Je schwieriger, desto besser.“


Wie man mitmachen kann

Das Team freut sich über neue helfende Hände – besonders beim Tischschleppen und Abbau.
Wer Lust hat, sich einzubringen, findet die Basare über die Basarlino‑App oder spricht Deborah und ihr Team einfach direkt an.

Es lohnt sich, denn:
„Wer einmal bei uns hilft, spürt sofort, wie viel Herz hier drinsteckt.“


Und wie geht es weiter?

Die Basare sollen weiter wachsen. Ein zusätzlicher Standort in der Nachbargemeinde steht im Raum, neue Ideen sind in der Schublade. Vor allem aber geht es darum, das bestehende Team zu stärken und das Gemeinschaftsgefühl in Ahnatal weiterzutragen.


Engagement entsteht nicht in großen Worten, sondern in kleinen Gesten: einem freundlichen Lächeln, einem sortierten Kleiderstapel, einer helfenden Hand beim Abbau. Das Basar‑Team zeigt, wie viel Wärme und Zusammenhalt in unserer Gemeinde steckt – wenn Menschen einfach machen.

Und wenn man beim nächsten Basar die leuchtenden Kinderaugen sieht, versteht man sofort, warum Deborah und ihr Team das alles tun.